Der HSC lud unter anderem Politik und Verwaltung zum Thema „Forum für Gesundheit und Bewegung“ ein – Der HA berichtete

Ganzke Gespräch 2

Holzwickede hat Großes vor in Sachen Sport: Ein „Forum für Gesundheit und Bewegung“ ist geplant. Die Initiatoren erhoffen sich Fördermittel vom Land und Planungshilfe von Wissenschaftlern. Thomas Raulf vom Hellweger Anzeiger berichtete über eine Veranstaltung, zu der der HSC den SPD-Landtagsabgeordneten Hartmut Ganzke sowie Vertreter der Gemeinde, der Verwaltung und der Turngemeinde ins Sportheim des Montanhydraulikstadions eingeladen hatte. Hier die wesentlichen Auszüge des Berichts:

Der geplante Bau der neuen Sporteinrichtung war das beherrschende Thema, und den Gesprächsverlauf werteten die Beteiligten als vielversprechend. Die Vereine HSC und TGH hatten bereits ihre Vision eines „Sportforums“ öffentlich vorgestellt. Vorbild ist eine Anlage in der Stadt Rheine, die die Holzwickeder Vereinsvertreter begeistert. Der Bau verbindet eine moderne Sporteinrichtung mit einem kleinen Gastronomieangebot, also auch mit der Möglichkeit, nach dem Sport gesellig zusammenzukommen. Vor allem böte das Projekt die Chance, den Sport in Holzwickede weiterzuentwickeln, und mit Sport haben die Initiatoren vielfältige Bewegung für die ganze Gesellschaft im Sinn. Rainer Harting vom Aufsichtsrat des HSC betonte , das Projekt solle eigentlich nicht „Sportforum“ heißen, sondern „Forum für Gesundheit und Bewegung“. Wichtig sei, die Anlage in einem gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang zu sehen. Senioren beispielsweise müssten auch noch besser mit Bewegungsangeboten versorgt werden, ergänzte Susanne Werbinksy, Leiterin des HSC-Gesundheitssports. So gebe es beispielsweise immer mehr Bedarf an Gerätetraining an modernen Apparaten und mit gut ausgebildeten Übungsleitern. Krankenkassen legten Wert auf professionelle Strukturen, und einen Mangel daran soll die neue Bewegungsstätte für Holzwickede beheben. Langfristig sollen beispielsweise Gesundheitssport-Kurse nicht mehr in einem provisorischen Rahmen stattfinden.

Was ein solches Hallenprojekt kostet, soll in den kommenden Wochen und Monaten ermittelt werden. Bei der Architektenleistung rechnen die Vereine mit vergleichsweise geringem Aufwand. Im Grunde wolle man das Konzept aus Rheine auf Holzwickede übertragen, sagt HSC-Aufsichtsrat Harting. Es wäre ein Komplex mit zwei Turnhallen und mehreren Gymnastikräumen auf zwei Etagen.

Eine siebenstellige Summe wird der Bau aber aller Voraussicht nach verschlingen. Hier nahm Bürgermeisterin Ulrike Drossel eine gute Nachricht aus der Gesprächsrunde mit: Die Gemeinde soll sich an den Investitionen nicht beteiligen, so planen es die Vereine. Geld erhoffen sie sich allerdings aus Düsseldorf. Ohne Fördermittel gilt das Projekt als kaum realisierbar. Der Landtagsabgeordnete Ganzke versprach den Verantwortlichen der beiden Vereine keine Summen, aber er wolle Türen öffnen. Er habe bereits erste Gespräche geführt über Fördermöglichkeiten, die über die reguläre Sportpauschale hinausgehen. Die Chancen seien gut, dank hoher Steuereinnahmen sei „Geld im System“, so Ganzke. Denkbar sei nun beispielsweise ein Gespräch einer Holzwickeder Delegation mit dem zuständigen Ministerium in Düsseldorf, wenn ein Konzept mit mehr Details vorliegt.

Eine finanzielle Verbindung zur Gemeinde planen die Vereinsvertreter allerdings auf anderer Ebene. HSC und TGH sollen Betreiber der Sporteinrichtung werden und Hallenzeiten an die Gemeinde als Trägerin des Schulsports vermieten. Wie groß der Bedarf ist, soll die Gemeinde wiederum ermitteln. Hallenbelegungspläne sollen auf den aktuellen Stand gebracht werden. Die Gemeindeverwaltung muss mit der Politik auch noch die Standortfrage klären. Bisher ins Auge gefasst als Fläche für die neue Sportstätte ist ein Parkplatz am Gymnasium. Die Initiatoren halten die Nähe zum Schulzentrum für sinnvoll.

Spätestens im Herbst, so Harting, wollen die beiden Vereine mit der Gemeinde über eine konkretere Planung sprechen. Ziel sei das Aufstellen eines wasserdichten Konzepts gemeinsam mit der Gemeinde, so Sebastian Benett, Vorsitzender des HSC. Er lobte den bisher guten Austausch.

Dann wollen die Verantwortlichen auch nicht mehr viel Zeit verlieren. Harting, Sparkassendirektor a.D., machte kein Geheimnis aus seiner Sorge, dass die Zinsen in den kommenden Jahren wieder steigen und die Finanzierung des Projekts dadurch schwieriger werde. Zum Konzept könnte auch der Hochschulcampus in Unna-Massen beitragen. Harting berichtet von einem vielversprechenden Gespräch mit der Hochschule für angewandtes Management, die dort angesiedelt ist. Ein Professor unter anderem mit den Schwerpunkten Gesundheitsförderung und Sportmanagement könnte das Projekt in Holzwickede mit einer umfassenden Bedarfsanalyse unterfüttern.