Wenn kommenden Sonntag (22. Februar) im Montanhydraulik Stadion der Ball rollt, geht es nicht nur um drei Punkte. Es geht um Tradition, um Geschichte und um eine sportliche Standortbestimmung zum Auftakt des Spieljahres 2026 in der Westfalenliga 2.

Mit dem Holzwickeder Sport Club und Westfalia Herne treffen zwei Vereine aufeinander, die in der Vergangenheit deutlich höherklassig unterwegs waren. Der HSC war 1976 Deutscher Amateurmeister, Herne spielte von 1975 bis 1979 in der 2. Bundesliga. Heute begegnet man sich in der sechsten Liga. Der klangvolle Name ist geblieben, die sportliche Realität ist eine andere. Tabellarisch ist die Ausgangslage klar, aber alles andere als entschieden. Holzwickede liegt sechs Punkte hinter Spitzenreiter Hordel und mischt damit ernsthaft im Aufstiegsrennen mit. Herne rangiert auf Platz neun und hat fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Das klingt nach Puffer, ist aber keineswegs beruhigend. Ein paar unglückliche Wochen reichen in dieser Liga, um tief in den Abstiegskampf zu rutschen.

Für den HSC ist die kommende Spielzeit weiterhin offen. Nach dem Abstieg aus der Oberliga im Sommer 2022 scheiterte der direkte Wiederaufstieg mehrfach nur knapp. Als Fünfter, Zweiter und Dritter war man jeweils nah dran, aber eben nicht oben. Genau diese Konstanz im oberen Tabellendrittel zeigt jedoch, dass die Mannschaft dauerhaft konkurrenzfähig ist.

Ein nicht zu unterschätzender Faktor im weiteren Saisonverlauf ist der Spielplan. Holzwickede hat noch acht Heimspiele vor der Brust und lediglich sechs Auswärtspartien. In einer Liga, in der Heimstärke häufig den Unterschied macht, ist das ein Vorteil. Mit der Mannschaft von Cheftrainer Kurtulus Öztürk wird also zu rechnen sein. Öztürk selbst bleibt fokussiert. „Wir schauen auch bei diesem Spiel nur auf uns. Das wird der Schlüssel zum Erfolg sein“, sagt der HSC Coach. Gleichzeitig weiß man natürlich sehr genau, wie Westfalia Herne auftritt und wo deren Stärken liegen.

Das Duell verspricht somit nicht nur viel Tradition, sondern auch sportliche Brisanz. Für Holzwickede geht es darum, den Druck auf die Tabellenspitze aufrechtzuerhalten. Für Herne darum, Abstand zur Gefahrenzone zu wahren. Ein Auftakt, der mehr ist als nur der erste Spieltag im Kalender.