Der Spieltag hätte für den Holzwickeder SC kaum besser laufen können. Die Konkurrenz ließ Punkte liegen, die Ausgangslage war nahezu ideal. Doch genau in diesem Moment leistet sich der HSC einen Ausrutscher, der schwerer wiegt als eine gewöhnliche Niederlage. Mit 0:1 verliert Holzwicke beim Tabellenletzten FC Brünninghausen und verpasst es, im Aufstiegsrennen entscheidend Boden gutzumachen.

Dabei war die Ausgangssituation eindeutig. Während sich die Spitzenteams gegenseitig die Punkte wegnahmen, hatte der HSC die vermeintlich leichteste Aufgabe vor der Brust. Genau das wurde zum Problem. Statt klarer Dominanz entwickelte sich eine Partie, die über weite Strecken eher an ein bedeutungsloses Vorbereitungsspiel erinnerte als an ein Duell mit echten Konsequenzen.

Die erste Halbzeit blieb torlos, ohne dass Holzwicke wirklich Zugriff bekam. Es fehlte an Tempo, an Klarheit im Spiel nach vorne und vor allem an der nötigen Konsequenz. Brünninghausen machte genau das, was man von einem Abstiegskandidaten erwartet, der um jeden Punkt kämpft. Kompakt stehen, Fehler provozieren und auf die eine Gelegenheit warten.

Diese Gelegenheit kam in der 61. Minute. Park nutzte einen Aussetzer in der HSC Defensive und erzielte das Tor des Tages. Es war bezeichnend für dieses Spiel, dass genau ein Moment der Unaufmerksamkeit ausreichte, um die Partie zu entscheiden. Offensiv blieb Holzwicke vieles schuldig, echte Durchschlagskraft war kaum zu erkennen.

Besonders deutlich wurde es nach dem Abpfiff. Trainer Kurtulus Öztürk fand ungewöhnlich klare Worte. Er sprach von Enttäuschung und Wut, kritisierte fehlende Einstellung und warf einzelnen Spielern vor, mehr für die Tribüne als für das Team gespielt zu haben. Das ist keine kleine Kritik, sondern ein ernstes Signal aus der Kabine. Wer in dieser Phase der Saison nicht bereit ist, alles zu investieren, hat im Aufstiegskampf schlicht nichts verloren.

Die Niederlage wiegt umso schwerer, weil sie vermeidbar war. Brünninghausen hat nicht überragend gespielt, sondern schlicht konsequent das umgesetzt, was nötig war. Der HSC hingegen ließ genau das vermissen. Einsatz, Disziplin und der unbedingte Wille, ein solches Spiel zu gewinnen.

In der Tabelle bleibt Holzwicke zwar Dritter, doch der Rückstand nach oben wächst. Zwei Punkte auf Horsthausen, bereits acht auf Spitzenreiter Hordel. Gleichzeitig rückt mit dem TuS Erndtebrück ein Verfolger auf, der nun punktgleich ist. Der Spielraum wird enger, Ausrutscher wie dieser lassen sich kaum noch korrigieren.

Unterm Strich ist das mehr als nur eine Niederlage. Es ist ein Spiel, das offenlegt, wo die Probleme liegen. Qualität ist vorhanden, das hat die Mannschaft mehrfach gezeigt. Doch ohne die richtige Haltung wird genau diese Qualität wertlos. Wer aufsteigen will, muss solche Spiele gewinnen. Ohne Diskussion.

Foto: HSC-Cheftrainer Kurtulus war nach dem 0 : 1 beim Tabellenletzten FC Brünninghausen bedient. Obwohl auch andere Teams im Aufstiegskampf patzten, konnte der HSC die Gunst der Stunde nicht nutzen.