Nach dem emotionalen Pokalabend gegen Westfalia Rhynern und dem wichtigen Ligasieg gegen den BSV Schüren steht für den Holzwickeder SC die nächste Aufgabe an. Am Sonntag geht es auswärts zum FC Brünninghausen. Auf dem Papier eine klare Sache. In der Realität aber deutlich komplizierter, als es die Tabelle vermuten lässt.

Der HSC reist mit Rückenwind an. Zwei Siege innerhalb weniger Tage haben nicht nur Punkte gebracht, sondern auch Selbstvertrauen. Genau darin liegt allerdings eine gewisse Gefahr. Wer jetzt glaubt, der Tabellenletzte sei im Vorbeigehen zu schlagen, macht einen klassischen Fehler.

Brünninghausen steht zwar am Ende der Tabelle, doch das Bild täuscht. Fünf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer sind im Saisonendspurt keineswegs aussichtslos. Viel entscheidender ist jedoch das Signal vom vergangenen Spieltag. Der FCB hat auswärts beim Tabellenzweiten SpVgg Horsthausen mit 5:2 gewonnen. Das war kein Zufall, sondern ein klares Lebenszeichen. Eine Mannschaft, die sich so präsentiert, ist alles andere als abgeschlagen.

Für den HSC bedeutet das, dass die Partie weniger eine Frage der spielerischen Qualität ist, sondern vielmehr eine Frage der Haltung. Die Leistung gegen Rhynern hat gezeigt, was möglich ist, wenn die Mannschaft mutig auftritt. Die erste Halbzeit aus diesem Spiel hat aber ebenso deutlich gemacht, wie schnell man sich selbst in Schwierigkeiten bringt, wenn man zu zögerlich agiert.

Genau diesen Zwiespalt muss Holzwicke in den Griff bekommen. Gegen Brünninghausen wird es darauf ankommen, von Beginn an klar zu zeigen, wer dieses Spiel bestimmen will. Alles andere spielt dem Gegner in die Karten, der nichts zu verlieren hat und genau daraus seine Energie zieht.

Das Hinspiel konnte der HSC knapp mit 1:0 für sich entscheiden. Schon damals war es keine dominante Vorstellung. Wer daraus keine Lehren zieht, riskiert eine unangenehme Überraschung.

Unterm Strich ist es ein Spiel, das man gewinnen muss, wenn man oben dranbleiben will. Gleichzeitig ist es genau die Art von Spiel, die unangenehm wird, sobald man sie nicht ernst genug nimmt. Der HSC hat es selbst in der Hand. Entweder man nutzt den Schwung der letzten Tage konsequent oder man stolpert über eine Aufgabe, die eigentlich lösbar ist.

Foto: Lokman Erdogan, hier im Zweikampf beim 1:0-Erfolg des HSC im Hinspiel gegen Brünninghausen