Zwei Teams, die nicht nur Vereins- sondern auch regionale und überregionale Fußballgeschichte geschrieben haben, ehrte der Holzwickeder Sport Club. am 26.06.2026 im Montanhydraulik-Stadion. Viele der Deutschen Amateurmeister von 1976 und der Aufstiegsmannschaft von 1986 in die Landesliga kamen zusammen, um sich in gemütlicher Runde mal wieder zu treffen, sich auszutauschen und auch, um alte Kontakte wieder aufleben zu lassen. Die weiteste Anreise hatte dabei der „86er Meister“ Dirk Gipperich, der aus Pinneberg bei Hamburg angereist war. Die Leistungen und Erfolge der beiden Teams und jede ihrer Spieler wirkt bis heute nach. „Die Erfolge waren in jeder Hinsicht Meilensteine für den Verein, die bis heute wirken. Besonders erfreulich ist es, dass aus diesen Teams der damaligen Spielvereinigung Holzwickede Aktive hervorgegangen sind, die sich weiterhin für den heutigen Holzwickeder SC maßgeblich und in verantwortlicher Stelle für den HSC einsetzen, ob im Vorstand, Aufsichtsrat oder im direkten Vereinsumfeld“, so HSC-Vorsitzender Karl-Friedrich Lösbrock. Und er ergänzte schmunzelnd: „Mal schauen, ob sich noch weitere Ex-Aktive finden lassen, die unseren Verein vielleicht sogar in aktiver Vorstandsarbeit begleiten und unterstützen wollen“, so „Kalla“ Lösbrock.
Holstein Kiel, TuS Neuendorf und Top-Favorit VfB Oldenburg auf dem Weg ins Finale besiegt
Die Qualifikation für die Deutsche Amateurmeisterschaft sicherte sich die Spielvereinigung Holzwickede durch den Gewinn der Verbandsliga Westfalen Staffel 2 in der Saison 1975/76. Im entscheidenden Spiel um die Staffelmeisterschaft bezwang die Mannschaft von Spielertrainer Dieter Kurrat Rot-Weiß Lüdenscheid mit 3 : 2. Zwar unterlag Holzwickede anschließend in den Endspielen um die Westfalenmeisterschaft dem SC Herford (1 : 3 und 1 : 2), doch als einer der stärksten Amateurvereine Westdeutschlands qualifizierte sich die Spielvereinigung für die Deutsche Amateurmeisterschaft. Der Weg zum Titel war geprägt von spannenden Duellen gegen die besten Amateurmannschaften Deutschlands. In der ersten Runde traf die Spielvereinigung Holzwickede auf Holstein Kiel. Nach einem 2 : 0-Auswärtssieg im Hinspiel genügte im Rückspiel vor heimischer Kulisse ein 2 : 2-Unentschieden, um das Viertelfinale zu erreichen. Dort wartete mit TuS Neuendorf (heute TuS Koblenz) ein weiterer starker Gegner. Nach einem torlosen 0:0 im Hinspiel bewies die Mannschaft von Spielertrainer Dieter Kurrat im Rückspiel Nervenstärke und gewann auswärts mit 1 : 0. Damit war der Einzug in das Halbfinale perfekt. Das Halbfinale wurde am 25. Juni 1976 auf neutralem Platz in Delmenhorst ausgetragen. Gegner war der VfB Oldenburg, der als Favorit galt und vor heimischer Kulisse auf zahlreiche Anhänger bauen konnte. In einer umkämpften Partie trennten sich beide Mannschaften nach regulärer Spielzeit und Verlängerung mit 1 : 1. Die Entscheidung musste im Elfmeterschießen fallen. Hier behielt Holzwickede die Nerven und setzte sich mit 3 : 2 durch. Mit diesem dramatischen Erfolg zog die Spielvereinigung erstmals in ihrer Vereinsgeschichte in das Finale um die Deutsche Amateurmeisterschaft ein.
Hitze wie 1976 in der „Hölle des Nordens“ – und die wahre Geschichte hinter der Entstehung des Siegtreffers
Der 27. Juni 1976, der Tag des großen Finales, war von den äußeren Bedingungen mindestens ebenso heiß wie der „Tag der Ehrungen“ am Freitag, 26. Juni 2026. An die 40 Grad herrschten im Donnerschweer Stadion im Oldenburger Ortsteil Donnerschwee, auch „Hölle des Nordens“ genannt. Heute gibt es die Arena übrigens nicht mehr. Exakt 750 Zuschauer, darunter 500 aus Holzwickede, feuerten die Finalteilnehmer SV Holzwickede und VfR OLI Bürstadt (nahe Mannheim) an. Doch es sollte bis exakt zur zweiten Minute der Nachspielzeit dauern, bis der HSV jubeln konnte. Es war Rolf Weltmann, heute noch Aufsichtsratsmitglied, der das goldene Tor erzielte. Das war durchaus ein Treffer der Marke „kurios“. Erst in der 86. Minute war Weltmann, eigentlich von Haus aus Torhüter, für den Mittelfeldspieler Klaus Waldschmidt in die Begegnung gekommen. 90.+2: Freistoß für Holzwickede. Ingo Peter nimmt sich das Leder, führt aus, den Abpraller schießt Rolf Weltmann zum Sieg ein. „Ich weiß ja aus eigener Erfahrung, wie Torhüter reagieren, dass es durchaus zu Abprallern kommt und war sofort an der richtigen Stelle“, erinnert sich Rolf Weltmann noch heute an die Sekunden, die bundesweit Fußballhistorie geschrieben haben.
Aufstellung der Meisterelf von 1976
Helmut Scholz (Tor), Dieter Eiler, Herbert Bell, Hans-Joachim Woköck, Reinhard Backs (alle Abwehr), Dieter Kurrat, Heinz Wulf, Klaus Waldschmidt, (86.Rolf Weltmann), (alle Mittelfeld), Gerd Kuhlhüser, Ingo Peter und Hans-Jürgen „Liene“ Kurrat (Angriff). Trainer: Dieter Kurrat. Torschütze des Finals: Rolf Weltmann (90.+2).
Meisterschaft von 1986 im Entscheidungsspiel gegen Westfalia Wickede vor 3.000 Zuschauern mit 3 : 0 perfekt gemacht
Am 24. Mai 1986 gab es eine Meisterschaft und einen Aufstieg, der ebenfalls in die Holzwickeder Sport-Geschichtsbücher einging. Am Samstag, 24. Mai 1986 besiegte die SpVgg Holzwickede im Entscheidungsspiel in Massen vor 3.000 Zuschauern (!) Westfalia Wickede 3 : 0 (1 : 0). Beide Teams waren nach Ende der Meisterschaft mit 48 : 12 Zählern punktgleich und weit vor dem Dritten, TuRa Bergkamen (38 : 22) gewesen. Zwar hatte Holzwickede mit +53 die bessere Tordifferenz als Westfalia Wickede (+47), doch damals gab es bei Punktgleichheit noch ein Entscheidungsspiel. Und da gab es ein klares, hochverdientes 3 : 0 für die Spielvereinigung Holzwickede. Als Aufsteiger spielte der HSC dann in der Saison 86/87 in der Landesliga 5 (Mitte). Am Ende stand dann ein dritter Tabellenplatz mit 36 : 28 Punkten und 47 : 43 Toren.
Aufstellung der Meisterelf von 1986
Karl Lösbrock, Thomas Feldhaus, Peter Kottusch, Klaus-Dieter Friederich, Gerd Kuhlhüser, Dirk Gipperich, Rolf Bortz, Jan Schlegel, Friederich Janßen, Mike Püllen (50. Harry Scholz), Lars Baumann (68. Achim Freeze). Torschützen: Friederich Janßen, Mike Püllen und Jan Schlegel. Trainer: Rolf Unnerstall.

Die Ehrung der Mannschaft von 1976 die die deutsche Amateurmeisterschaft gewonnen hat.

Hier die Ehrung der Mannschaft von Rolf Unnerstall die 1986 den Aufstieg in die Landesliga schaffte.

„Stärke aus Tradition“: Besonders freute sich HSC-Vorsitzender Karl-Friedrich Lösbrock, dass viele Spieler der Meisterteams noch in den Folgejahren und einige sogar bis heute in verantwortlicher Position des Vereins stehen und ihre Erfahrung und Kompetenz sowohl im Vorstand wie auch im Aufsichtsrat einbringen.
























































