Fußball, Boxen, Turnen und BVB-Stars...

Die Quelle des Fußballsports in Holzwickede ist in den beiden Jünglingsvereinen zu finden. Hier wurde schon früh dem runden Lederball nachgejagt, ohne dass das Ganze jedoch konkrete Forman annahm. Das änderte sich erst, als Paul Schopp aus Lippstadt nach Holzwickede kam und dem Fussball entscheidende, initiativreiche Impulse verlieh. Schopp stützte sich auf die Erfahrungen, die er in Lippstadt gesammelt hatte, und die ihm nun in Holzwickede zugute kamen, so dass am 10. August 1912 ein Verein unter dem Namen Sportklub 1912 ins Leben gerufen und am 7. September gleichen Jahres in den Westdeutschen Spielverband aufgenommen wurde.

Die sportlichen Erfolge stellten sich rasch ein. Schon im ersten Jahr belegte die 1. Mannschaft in der C-Klasse hinter Teutonia Lippstadt den zweiten Platz. Gespielt wurde damals an der alten Zechenbahn in Rausingen, wo sich rasch eine Vielzahl Zuschauer einfand. Erste Nackenschläge ließen aber nicht lange auf sich warten. So wurde dem Sportklub der Sportplatz durch den Besitzer des Geländes wieder entzogen. Dem Ende des ersten Weltkrieges folgte ein mühevoller Wiederaufbau, und als zunächst immer wieder die Schaffung eines Sportplatzes abgelehnt wurde, suchte der Sportklub einen Ausweg und wechselte zum Turnverein „Jahn" über.

Das stetige Wachsen der Fußballabteilung bedeutet schon bald die Trennung von Fußball und Turnen. Als wieder eigenständiger Verein eilte der Sportklub von Erfolg zu Erfolg. Nach Aufstieg in die B-Klasse schien der Sprung in die Liga sicher, als TuS Lohauserholz hoch mit 5:1 bezwungen wurde. Aber widrige und für viele unverständliche Umstände verhinderten den Sprung nach oben. Das entmutigte die Mannschaft, die im darauffolgenden Jahr zum Abstieg verurteilt wurde. Trotz eifriger Bemühungen kam der Fußballsport in Holzwickede nicht wieder zur Blüte, ja, teilweise ruhte sogar der Spielbetrieb. Erst 1928 trat eine Wende ein. Unter dem neuen Spielverein 1912 ging es wieder bergauf, und schon bald schaffte man den Aufstieg zur damaligen 2. Bezirksklasse.

Nicht nur im Fußball, auch in der Leichtathletik wurden schöne Erfolge erzielt. Die Leichtathleten wurden unter anderem Zweiter des Gaus Hamm. Im Fußball fallen in dieser Zeit die Sportwerbewoche 1930 und die Gaupokalmeisterschaft durch ein 3:2 über die SpVg. Beckum besonders auf. In der Folgezeit wechselten Höhen und Tiefen einander ab. Während des zweiten Weltkrieges konnte der Verein zum 30-jährigen Bestehen trotz ungünstiger Bedingungen im Jahre 1942 einen Boxvergleichskampf mit Blau-Gelb Wuppertal und ein Fußballspiel gegen die SG Grüne starten und gewinnen. Sofort nach Kriegsende wurde der Spielbetrieb allgemein unter neuer Verbandsregie wiederaufgenommen. Alle Vereine spielten in einer Klasse, wobei sich die Holzwickeder einen guten Ruf verschafften. In ihren Reihen stand der schon legendäre Max Michallek, der später im Dress von Borussia Dortmund zu einer großen Spielerpersönlichkeit geworden ist. In der Bezirksklasse erreichten die „HSVer", wie sie im Volksmund gerufen werden, zunächst einen guten Mittelfeldplatz. Am Ende der Saison 1947/48 aber musste der Abstieg in die 1. Kreisklasse verkraftet werden. Doch schon ein Jahr später war der Spielverein wieder Bezirksligist.

Auch der TuS Blau-Weiß 1929 hatte - obwohl erst 17 Jahre nach dem „alten" HSV ins Leben gerufen - viele Komplikationen und Erschwernisse aus dem Weg zu räumen, um einen gesunden Spielbetrieb aufzubauen. Die seit langem im Raum stehenden Fusionsgespräche nahmen 1955 konkrete Formen an, und am 9. Juni 1955 wurde der Spielverein 1912 und der TuS Blau-Weiß 1929 zur Spielvereinigung 1912/29 e.V. zusammengeschlossen. Die Vereinsfarben wurden Blau und Weiß. Pessimisten, die von einer Fusion abgeraten hatten, sahen ihre Meinung bestätigt, als die Spielvereinigung in die 1. Kreisklasse absteigen mußte. Vier Jahre unternahm man vergebliche Anläufe, wieder in die Bezirksklasse aufzusteigen. 1964 war es dann soweit, und Holzwickede gehört erneut der Bezirksklasse an. Das Spieljahr 1967/68 brachte den bis dahin größten Erfolg, den Aufstieg in die Landesliga.

Doch das war nur der Beginn eines ungeahnten Höhenflugs der 1976 mit dem Triumph bei der Endrunde der deutschen Amateumeisterschaft seinen Höhepunkt fand. Die BVB-Legende „Hoppy" Kurrat hatte seine Mannen erfolgreich durch die Verbandsliga-Saison geführt und sich als Vize-Westfalenmeister für das Turnier in Oldenburg qualifiziert.Im Endspiel war es Rolf Weltmann, der unter dem Jubel der Fans das 1:0 in der 90. Minute gegen den VfR Bürstadt perfekt machte. Damit war die Deutsche Amateurmeisterschaft gewonnen.

Im Jahr darauf gelang die direkte Qualifikation zur eingeführten Oberliga Westfalen. Doch finanzielle Schwierigkeiten führten Anfang der Achtziger Jahre zu einem Absturz bis in die Bezirksliga.

1985 konnte unter Klaus Waldschmidt so eben noch der Absturz in die Kreisliga verhindert werden. Doch nur ein Jahr später führte Rolf Unnerstall das HSV-Schiff wieder in die andere Richtung und der Aufstieg in die Landesliga konnte gefeiert werden.

In der Saison 1992/1993 war es Michael Schmitt vorbehalten, in der 88. Minute das 1:0 im Entscheidungsspiel im Mendener Huckenohlstadion gegen den damals haushohen Favoriten Sportfreunde Oestrich zu erzielen. Im 3-Jahres-Rhythmus war es nun aus der Bezirksliga bis hinauf in die Oberliga gegangen.

2005 war der HSV allerdings wieder in der Bezirksliga angekommen. Nach mehreren, oftmals nur um Haaresbreite verpassten Anläufen wurde in der Spielzeit 2010/11 die Rückkehr in die Landesliga geschafft, so dass das 100-Jährige des Vereins im Jahre 2012 wunschgemäß in einer höheren Spielklasse gefeiert werden kann. Doch die schon bislang wechselvolle Geschichte des HSV lässt erahnen, dass auch das nur ein Kapitel unter vielen ist und ihm nicht nur im Hinblick auf das Jubiläum hoffentlich noch einige positive folgen werden.

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